Ein Überblick über die Energieausweis Pflicht


Den Energieausweis gibt es schon seit 2008, seit 2013 gilt die Regelung zur Vorlage bei Vermietung und Verkauf. Diese Pflicht zur Vorlage eines Energiepasses ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009 §16 Abs. 2) verbindlich geregelt.
Ausgenommen von der o.g. Pflicht zur Vorlage eines Energieausweises sind kleine Gebäude unter 50m² Nutzfläche und Baudenkmäler.

Ein Energiepass kann immer nur für das gesamte Gebäude ausgestellt werden.
Eine Ausnahme hiervon gibt es nur bei gemischt genutzten Gebäuden , z.B. Wohn- und Geschäftshäuser. Hier müssen unter bestimmten Bedingungen separate Energieausweise für Wohn- und Gewerbeteil ausgestellt werden.

Man unterscheidet  zwischen einem Bedarfs- und Verbraucherausweis.

Beim Verbraucherausweis(verbrauchsorientierter Energieausweis) wird der Energiebedarf  anhand der Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre ermittelt.
Die Kosten des Verbrauchsorientierten betragen ca. 35,00 €,

Der Bedarfsausweis(bedarfsorientierte Energieausweis) berechnet den Energiebedarf eines Gebäudes aufgrund seiner Größe, der verwendeten Baumaterialien und der Anlagetechnik unter Normbedingungen und wird von einem Fachmann erstellt.
Die Kosten für den Bedarfsausweis liegen zwischen 300,-- und 400,-- €.

Eine Studie der Bundesbehörde für Bauwesen(BMVBS)im Jahr 2011 hatte der Verbrauchsausweis einen um 24 bis 30 Prozent niedrigeren Energiebedarf als der Bedarfsausweis.

Welche Immobilie – welcher Energieausweis?

Für Neubauten und Nichtwohngebäude, die ab 2002  erstellt worden sind, ist der Bedarfsausweis verpflichtend.
Dies gilt auch für Gebäude, die über ein bis vier Wohneinheiten verfügen und deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt worden ist.

Ausnahme:
Für vor 1978 errichtete Immobilien mit höchstens vier Wohneinheiten und mit einem vor dem 01.10.2008 ausgestellten Verbraucherausweis ist dieser nach wie vor gültig. Ein Bedarfsausweis ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Wahlfreiheit besteht für alle Wohnhäuser, die ab 1978 errichtet worden sind und für Häuser mit fünf und mehr Wohneinheiten unabhängig vom Baujahr. Gleiches gilt für Eigentümer von alten Nichtwohngebäuden.

Ab 01.05.2014:  Neue Pflichten durch neue Energieeinsparverordnung

Für Sie als Vermieter und Verwalter gelten neue Vorschriften für Energieausweise .
Soweit Immobilien von Ihnen als Eigentümer verkauft oder vermietet werden, müssen Sie ab 1.Mai 2014 in kommerziellen Immobilienanzeigen, egal ob Printmedien oder in elektronischen Immobilienportalen wie Immoscout24, Immowelt, Quoka, …, folgende Angaben entsprechend den Angaben in Ihrem Energieausweis machen:
•    Art des Energieausweises(Bedarfs-oder Verbrauchsausweis)
•    Wert des Endenergiebedarfs oder –verbrauchs(bei bisherigen Verbrauchsausweisen: Energieverbrauchskennwert)
•    Wesentliche Energieträger der Heizung(Öl, Gas, Fernwärme, Holzpellets,…)
Bei Wohngebäuden außerdem:
•    Baujahr des Gebäudes
•    Energieeffizienzklasse(falls vorhanden, also erst bei neuen Energieausweisen ab Mai 2014)

Den Energieausweis müssen Sie aushändigen!
Bereits  bei der Besichtigung durch Miet- oder Kaufinteressenten muss der Energieausweis vorgelegt werden(gut sichtbarer Aushang im Haus genügt), auf Anforderung des Interessenten auch schon früher.
Unmittelbar nach Unterzeichnung des Miet- oder Kaufvertrags ist dem Mieter oder Käufer das Original oder eine Kopie des Ausweises auszuhändigen.

Hinweis: Ein Verstoß gegen diese Vorschrift darf erst ab Mai 2015 mit einem Bußgeld geahndet werden – dann aber mit bis zu 50.000 €.

Energetische Anforderungen und Nachrüstpflichten sind verschärft:
Ab 2015 sind alle Öl- und Gasheizungskessel außer Betrieb zu nehmen, die älter als 30 Jahre sind. Ausnahmen gelten für Brennwert- und Niedertemperaturkessel sowie für selbst genutzte 1- und 2-Familienhäuser.



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